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medizinische Versorgung
#1

Hallo ihr alle:-) ich habe eine Frage zur medizinischen Versorgung in Kanada. Ich habe die letzten Wochen ja so einiges, eher negatives gehört. Z.B. ist es schwierig einen Hausarzt zu bekommen, wenn man das Glück hat, einen zu bekommen, heisst das wohl noch nicht, dass er fachlich kompetent ist. Der "Leistungsdruck", Kunden zu gewinnen und zu binden, wie hier in der Schweiz ist in Kanada anscheinend nicht notwendig. So habe ich gehört, bzw. gelesen in einem Ärztemagazin:-( Auch die chirurgische Versorgung soll wohl eher Glückssache sein. Ehrlich gesagt, kann ich mir das nicht so recht vorstellen. In den ganz entlegenen Regionen mag es ja sein, dass man nicht gleich auf alle medizinischen Leistungen sofort Zugriff hat. Es war in dem Artikel auch die Rede davon, dass es nur 6 MRT´s in der Ontario Provinz gibt, so dass man ca. 3-6 Monate auf einen Termin warten muss. Viele gehen deshalb in die USA die Aufnahmen machen.

Ist hier jemand, der Genaueres dazu sagen kann. Wie gesagt, einiges davon ist für mich eher nicht glaubwürdig. 

Die Kosten für medizinische Leistungen sollen auch hoch sein. Zusatzversicherungen werden immer empfohlen. Vielleicht hat uns da jemand auch nähere Informationen.

Danke vielmals.
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#2

Hallo serafine,

Das medizinische System unterscheidet sich nicht grundsätzlich von D oder SUI, aber:

- einen Hausarzt zu bekommen, kann einen 6er im Lotto bedeuten, wenn er fachlich kompetent ist. Und wenn man ihn überhaupt bekommt. Hast Du keinen, gehst Du in die "walk-in clinic", da wird Dir nach moderatem bis langem Warten auf jeden Fall geholfen. In Manitoba hatten wir einen (sehr jungen) Family Doctor, der hatte 0,000000 Ahnung. Als unser Sohn mit hohem Fieber zahnte, hat er eine Mandelentzündung diagnostiziert und Antibiotics verschrieben. Als ich mit einer eitrigen Sinusitis zu ihm kam, wollte er noch weitere 2 Wochen warten, um mir Antibiotics zu verschreiben. Nur mein konsequentes Drängen darauf brachte mir dann die prescription für Antibiotics ein.

- Die chirurgische Versorgung ist nicht schlechter als in D, ein Freund von mir (hier in BC) musste eines seiner Kinder mit Verdacht auf Milzriss ins Hospital bringen, weil es irgendwie unglücklich gestürzt war. Da sich die Ärzte hier das bei einem Kind nicht zutrauten, wurde das Kind samt Vater mit einem Hubschrauber kostenlos nach Vancouver in ein Spezialhospital geflogen und dort operiert. Das hat alles sehr klaglos funktioniert.

- Zahl der MRT's sind mir nicht bekannt, ich hoffe, wir brauchen so schnell keins. 

Die Kosten für medizinische Basisleistungen sind = Null, da die medizinische Versorgung kostenlos ist (BC mit einem monatlichen Beitrag von $75, der zum Anfang 2020 abgeschafft wird). Zusätzliche Spezialleistungen wie Homöopathie, Optiker, Zahnersatz etc. sind wie in D zuzahlungspflichtig bzw. trägt ein Patient selbst. Das kann dann teuer werden. Beispiel: unsere Naturopathic Doctor (die im Übrigen richtig gut ist) nimmt $175/Stunde. Einen ähnlichen Satz haben wir in D aber auch bezahlt.



Viele Grüße, Joe
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#3

Hallo zusammen, 
Wir sind seidt knapp 6 Monaten hier in Kanada und wohnen mitten in der Prärie in MB. 
Haben auch schon einige Arzttermine hinter uns und ich bin positiv überrascht. Einen Hausarzt haben wir sofort bekommen. Für einen Spezialisten muss man in die nächste Großstadt und 2-3 Monate warten aber das kenne ich aus Deutschland nicht anderst.

Das man für ein MRT in der USA reist reist habe ich noch nie gehört.
[-] Folgende(r) 1 Mitglied sagt Danke an Miriam.K für den Beitrag:
  • serafine
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#4

(31-10-2019, 06:07 PM)Miriam.K schrieb: Hallo zusammen, 
Wir sind seidt knapp 6 Monaten hier in Kanada und wohnen mitten in der Prärie in MB. 
Haben auch schon einige Arzttermine hinter uns und ich bin positiv überrascht. Einen Hausarzt haben wir sofort bekommen. Für einen Spezialisten muss man in die nächste Großstadt und 2-3 Monate warten aber das kenne ich aus Deutschland nicht anderst.

Das man für ein MRT in der USA reist reist habe ich noch nie gehört.


Hallo Miriam,


Willkommen im Forum!  Clap
Die Erfahrung haben wir in Manitoba auch gemacht: einen Hausarzt haben wir sehr schnell bekommen, hat nicht mal einen Monat gedauert. Nur, kompetent war er nicht, aber das kann passieren. Selbst in D.  Icon_mrgreen

Darf ich fragen, wo in MB Ihr lebt?



Viele Grüße, Joe
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#5

Hallo an Alle!

Wir wohnen ca. 45 Minuten von dem naechsten kleinen (3600+- Einwohner) Ort entfernt.
Dort gibt es eine Walk-in Clinic, ein Hospital, zwei Zahnaerzte und einen Augenarzt.

Bis auf den Zahnarzt habe ich bis jetzt alle Einrichtungen "gebraucht". Einen Family doctor
hatte ich sofort, diese ist aber nach 6 Monaten wieder in die (wo auch immer) Zivilisation
abgehauen. Sie war recht gut. Dann wurde ich der naechsten Aerztin zugeteilt. Bei ihr Routinesachen
und Rezepte. Dann war auch sie weg. Jetzt bei Nr. 3. Sie ist sehr jung, ambitioniert und freundlich.
Bin auch bis jetzt kein Problemfall. Im Hospital gibt es ein Labor, Roentgenabteilung und HA! seit
zwei Jahren einen Arzt, der Ultraschall auswerten kann. Die Maschine gabs schon lange, nur eben
niemanden, der damit umgehen konnte. So hat mich mein Mann vor 5 Jahren, als bei mir akute Gallenblasenentzuendung
festgestellt wurde, 1,5 Stunden zum naechsten Ultraschall gefahren. Auf eine Ambulanz haette ich 2 Stunden
warten muessen.

Glueck hatte ich in dem Fall, dass ich sofort in die Notaufnahme bin wo dann alles in Bewegung gesetzt wurde.
Einen Tag spaeter war die Gallenblase nebst Steinen raus - die OP dann aber 2 Stunden entfernt in einem
groesseren Hospital.

Fuer alles mehr oder weniger "Ausgefallene" muss man nach Edmonton. MRT lange Wartezeiten, aber wenn man
anbietet selbst zu zahlen, geht es dann schonmal uebermorgen (wurde mir erzaehlt). 

Wenn ich die Aerzte, die ich bis jetzt hier hatte, mit meinem deutschen Hausarzt vergleiche, dann allerdings
schneiden die hiesigen nicht so gut ab. Es werden die Symptome behandelt aber nicht nach der Ursache geforscht.
Hoher Blutdruck - sofort Hammertabletten und angeblich fuer ewig und drei Tage. 

Die Walk-in Clinic hat im Schnitt 9 Aerzte angestellt. 3600 Einwohner, davon vielleicht 68% (????) die ab und an
einen Arzt brauchen. Aber es wird ueber Ueberarbeitung geklagt. Im Warteraum im Schnitt 12 Patienten.
Alle Aerzte gehen zur gleichen Zeit zum Lunch. Nichts passiert fuer 1 Stunde. 

Im Grossen und Ganzen koennen wir uns aber nicht beklagen, wohl auch, da wir bis jetzt relativ gesund sind.

In diesem Sinne - bleibt gesund!!!!!

Claudia
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#6

Aus eigener Erfahrung muss ich sagen, dass in wirklich abgelegen Gegenden die Versorgung oft besser ist als in Ballungsgebieten.  Zumindest in Newfoundland
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#7

In Montréal ist die Lage allgemein schlecht (viele Stunden Wartezeit in Krankenhäusern). Im Detail kommt es aber auf den Stadtteil an. Wir (relativ jung und gesund) waren fast zwei Jahre lang auf einer Warteliste für einen Hausarzt.
In Montréal wird empfohlen bei kleineren Beschwerden erst die Telefonnummer 811 ("info santé et social") anzurufen.
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#8

Ich denke die Situation ist von Provinz zu Provinz verschieden.

Bei uns in NS ist die Wartezeit bis man einen family doctor bekommt ca 5 Jahre!

Andererseits bin ich in den Walk in Kliniken bis jetzt gut zurecht gekommen. Dennoch würde ich die Situation auf jeden Fall schlechter als in D bezeichnen. Dies ist neben dem Bankensystem und dem schlechten Brot Icon_lol  die 3 Dinge die mich hier stören - alles andere überwiegt diese Nachteile aber um ein vielfaches.

Ich hab mir schon mal gedacht, ob es auch an unserer Mentalität liegt? Wir gingen ja in D laufend zur Vorsorge und ohne Umweg über den Hausarzt direkt zum Orthopäden, HNO etc. Manche meiner Nachbarn hier in Canada waren seit Jahren nicht beim Arzt oder gehen nur wenn sie echt was schwerwiegendes haben.

Aber alle Jahre zum Blutdruckmessen und Blutbild macht zumindest in meinem Umfeld keiner???

Das ist natürlich nicht represantiativ für ganz Canada aber zumindest hier in meiner ländlichen Umgebung ist das mein persönlicher Eindruck...

Viele Grüße
Tom
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#9

Hallo Canicon,

Zuerst mal Willkommen im Forum!  Clap

Deine Erfahrungen decken sich mit unseren (zumindest für BC): einen Family Doctor haben wir hier noch nicht und viele, die schon länger hier sind, auch nicht. Walk-In clinic tut es auch....
Und laufende Meter zum Arzt, wozu? Gehst Du zum Arzt, findet der was. Schließlich bist Du dann ja eine Einnahmequelle.  Icon_razz

Mit den Banken kann ich mich nicht beschweren, die empfinde ich technologisch wesentlich weiter als in D. Das Einzige, was mich stört ist, dass Electronic banking dennoch Geld für die Kontoführung kostet - die arbeiten mit meinem Geld und verlangen auch noch Gebühren dafür. Aber was soll's.



Viele Grüße, Joe
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#10

Puh, das klingt erstmal gewöhnungsbedürftig was du so schreibst.
Was genau verstehst du denn unter "ländlichen Gebieten" - kannst du das an Einwohnerzahlen verdeutlichen?
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#11

Also so kann man das auch nicht sagen, dass alle Canadier die es sich leisten können ins Ausland gesehen wenn sie ins Krankenhaus müssen. Oder ich kenne einfach keine. 
Ich messe den Gesundheitszustand immer an der Lebenserwartung in einem Land. Und die ist hoch hier. 

Medikamente , da ist es absolut anders herum. Amerikaner versuchen hier ihre Medikamente zu kaufen, da diese um das 10 bis 15 fache teurer sind wie in Canada. Zum Beispiel Insulin was hier im Monat 40 - 75 CAD kostet kostet in den Staaten zwischen 450 und 1000 US. Zum Ärger der Canadier im Grenzgebiet. 

Schwanger sein in Canada, alles bezahlt, in den USA nicht witzig. 

Im Krankenhaus hier ist die K.Schwestern „Dichte“ höher wie in D und auch nicht so gestresst. 

Wenn man nicht legal hier ist und alles selber zahlen muss, kann ich nicht beurteilen wieviel das dann kostet. 

Ich würde einfach sagen ist anders wie in D aber man kann auch hier sehr alt werden....
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#12

(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05-05-2020, 12:14 AM von EmJay.)

Hallo zusammen,

ich lebe noch! Eigentlich ein Wunder, nach Ian's Schilderung der kanadischen Verhaeltnisse... Icon_mrgreen 

Natuerlich ist die Krankenhausdichte in den noerdlichen Teilen der Provinzen und in den Terretorien erheblich duenner.
Wie sollte es auch anders gehen?
Ziehe ich in Deutschland irgendwo einen "8 Stunden Fahrzeit Kreis" bin ich doch schon laengst im europaeischen Ausland.
Hier in Calgary kaeme ich locker nach Red Deer, Lethbridge, Edmonton... und zurueck.
Brauch ich aber nicht - wir haben hier einige sehr saubere und gut ausgeruestete Krankenhaeuser in Cowtown.
Und aus den rural parts of Alberta holt STARS die Notfaelle raus. Deshalb mal der Aufruf: Kauft Lotterielose oder Kalender einmal im Jahr.
Stars kann es brauchen.

So ca. alle zwei Jahren goenne ich mir neue Brillen. Ehrlich gesagt, ich weiss nicht ob ich fuer die Augenarztuntersuchung
("Sehtest" waer untertrieben fuer die Prozedur) ueberhaupt etwas dazu zahle. Es kann jedenfalls nicht soo teuer sein, sonst waer es mir in Erinnerung.
2 Brillen zum Preis fuer Eine bei Pearl Vision, auch ueberlebbar.
Fuer Zaehne geb ich auch nicht mehr aus als in De, finde aber den Service hier um Klassen besser.
Meine Zahnaerztin macht Termine Morgens um 8:00 und auch Abends um 17:00.
Das passt alles nicht? Dann eben Samstag morgen... Kundendienst vom Feinsten.
Mein Bekanntenkreis hier in Alberta, bin halt nur n oller Tischler und kenne ueberwiegend "blue collar folks", sorry ,
aber von denen waren zwar schon Viele auf eigene Kosten im tattoo parlour oder im Nagelstudio - aber Privatklinik? Auslandskrankenhaus? No way...

Can$3000.00 fuer einen Insektenstich? Nicht schlecht!
Aber ich ueberquere die US Border auch nicht, ohne vorher die Auslands-KV in trockenen Tuechern zu haben.
Warum sollte ein "Non legal resident to Canada" hier nen discount bekommen?
Als mich vor Jahren hier Zuhause eine Brown Recluse gebissen hat, kostete es mich  ca. $50.00, groesstenteils Verbandszeug.
Und nen Anschiss vom Doc, ich haette frueher kommen sollen... es sah aber auch Schei** aus. Icon_e_wink 

Ich bin ein grosser Fan von allgemeiner Krankenversicherung und faende es gut, wenn diese auch Medikamente einschliessen wuerde.
Steuerfinanziert und fuer alle gleich gut, hart verhandelnd mit der Arzneimittelindustrie. Selbst wenn mich das noch 1% mehr Einkommensteuer kosten wuerde.
So unterschiedlich kann man das sehen...

"Habe immer Geld beiseite gehabt für ärztliche Behandlungen."
Ian, darf ich fragen - wie oft warst Du schon schwanger??? Icon_silent

Gruesse
Mattes
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