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Platz im Container nach Vancouver?
#1

(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17-04-2019, 05:25 PM von an3a.)

Hallo, nach Jahren wieder zurück im Forum... Wir sind vor geraumer Zeit erfolgreich nach Vancouver ausgewandert und möchten jetzt ein Sofa von Deutschland nach Vancouver transportieren. Dieses Vorhaben scheint jedoch so viel zu kosten wie damals unser gesamter Container, daher möchte ich hier um Hilfe bitten/fragen.

Zieht zufällig jemand (wir sind zeitlich überhaupt nicht gebunden) vom Süden Deutschlands (idealerweise, sonst lässt sich sicherlich auch was arrangieren) nach Vancouver und hat einen Container für den Umzug? Wir würden uns natürlich um den Transport des Sofas zum und vom Container kümmern und uns auch finanziell beteiligen. 

Ach ja, der Grund warum wir dieses Unterfangen vorhaben: Hier gibt es keine Sofas, die unseren Hintern taugen! Daher der Tipp am Rande, nehmt euer geliebtes Sofa mit oder kauft euch noch ein neues (dasselbe gilt für Matratzen, hier ist nur die andere Größe zusätzlich zu beachten...) - Hier ist alles super soft :)

Falls ihr sonstige Ideen oder Tipps für uns habt, wie wir diesen Transport realisieren können, wäre ich sehr dankbar. Wir sind ein bisschen raus aus dem Thema und offen für alle Möglichkeiten. Vielen Dank schon einmal!

Andrea
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#2

Hallo Andrea,

Zuerst einmal Willkommen! Du schreibst, "...nach Jahren zurück im Forum"? Nun, das Forum hier gibt es erst seit letzem Jahr, aber wir freuen uns natürlich, dass Du den Weg zurück gefunden hast.  Icon_lol  Clap  Dance

Zu Deiner Frage: wir planen aktuell einen Container aus Dresden (ist ja auch Süddeutschland). Icon_mrgreen  Sind noch nicht ganz sicher, wo die Enddestination sein wird, aber wahrscheinlich weiter als Vancouver. Muss es für Euch genau Vancouver sein? 
Wir ziehen mit der Firma Relocately aus Berlin um. Bisher dachte ich, dass die recht teuer sind und wir unser (letztes Jahr gekauftes) großes Wohnzimmersofa doch lieber in D lassen sollten. Aber was Du schreibst, bestätigt ja nun doch, dass man das lieber aus D mitnehmen sollte. Vielleicht kannst Du etwas konkreter werden, von wo nach wo es genau gehen soll?



Viele Grüße, Joe
Blog zu unserer Auswanderung unter "Homepage".
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#3

Hallo Joe, 

Na das mit dem "zurück im Forum" meinte ich auch eigentlich etwa allgemeiner :) Hätte nicht gedacht, dass ich mich nach 7 Jahren der erfolgreichen Auswanderung in einem wiederfinde... Diese Forum sieht "meinem" von damals aber recht ähnlich muss ich sagen.

Wir sind im Jahr 2012 nach Kanada ausgewandet und hatten etwa 10 qm in einem Container nachkommen lassen. Platz für die wichtigsten Habseligkeiten, unter anderem ein kleines Zweisitzersofa und unsere noch recht neue Matratze. Letztere musste Mitte letzten Jahres ausgetauscht werden, was zu einem kleinen Drama führte, das auch bis heute noch nicht wirklich zufriedenstellen geklärt ist, und das Zweisitzersofa ist in der neuen Wohnung nun eindeutig zu klein und wir hätten gerne ein "L". Dabei entwickelte sich Drama Nr. 2. Wir haben wirklich alle hiesigen Läden abgeklappert, von Ikea bis Designer-Stübchen und sind der Meinung, dass unsere europäischen Hintern einfach nicht mit den hiesigen Sofavorlieben kompatibel sind. Man sitzt hier eher "in" seinem Sofa als "auf" ihm... Einsinken und von Kissen umgeben sein, scheint das Motto. Zudem sind Sofas unglaublich teuer. Google z.B. einfach mal bei Ikea.ca (dazu muss man aber auch sagen, dass deren Ware hier eine ganz andere ist als in Europa) oder Läden wie Sears, The Brick oder West Elm. 
Auf unserem letzten Besuch im März in Deutschland haben wir dann mal ein paar Möbelläden besucht und fühlten unsere Befürchtung nur bestätigt (man weiß ja manchmal nicht, ob man denn schon spinnt). Jetzt kam dazu, dass die Schwiegereltern eigentlich unser perfektes Sofa haben und dieses auch noch loswerden möchten, da sie eigentlich nur noch im Sessel sitzen. Da dachten wir, schlagen wir doch einfach zwei Fliegen mit einer Klappe (somit müssen wir uns auch nicht von hier aus um den Verkauf des Sofas bei den Eltern kümmern) und transportieren das Ding nach Kanada. 
Erste Erkundigungen bei Speditionen riefen allerdings Preise auf, die wir damals für unseren gesamten Container bezahlt haben... Daher die Anfrage hier.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, Dresden könnte tatsächlich im Süden Deutschlands liegen, bzw. käme es ja nur darauf an, das Sofa von Neu-Ulm zu euch befördern zu lassen. Dazu wäre es ganz gut, wenn du mir ein paar mehr Details zu eurem Umzug nennen könntes, wie grundsätzlichen Zeitplan, Kosten die für uns anfallen würden (sind ca. 2.5 qm, das "L" ist teilbar, sag Bescheid, wenn du genaue Maße benötigst) und wo es denn ungefähr hingehen soll. Hafen ist ja eigentlich immer Vancouver, wenn es denn Richtung Westen geht. Letzteres wäre auch wichtig, um dir sagen zu können, ob es sich denn für uns lohnen würde, das Sofa dann von dort zu uns transpotieren zu lassen oder selber abzuholen etc.

Wir sind zeitlich flexibel, da das Sofa wie gesagt bei den Schwiegereltern steht und ich es dort einpacken und abholen lassen würde zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Gerne auch immer her mit sonstigen Fragen, wir haben so ziemlich alles durch, was man erleben kann zum Thema Auswanderung :)

Gruß
Andrea
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#4

(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20-04-2019, 06:33 AM von Joe.)

(19-04-2019, 01:59 AM)an3a schrieb: Hallo Joe, 

Na das mit dem "zurück im Forum" meinte ich auch eigentlich etwa allgemeiner :) Hätte nicht gedacht, dass ich mich nach 7 Jahren der erfolgreichen Auswanderung in einem wiederfinde... Diese Forum sieht "meinem" von damals aber recht ähnlich muss ich sagen.

Ok, so ist es verständlicher. Die Ähnlichkeit mit Deinem damaligen Forum ist sicher Zufall.  Icon_razz

(19-04-2019, 01:59 AM)an3a schrieb: Wir sind im Jahr 2012 nach Kanada ausgewandert und hatten etwa 10 qm in einem Container nachkommen lassen. Platz für die wichtigsten Habseligkeiten, unter anderem ein kleines Zweisitzersofa und unsere noch recht neue Matratze. Letztere musste Mitte letzten Jahres ausgetauscht werden, was zu einem kleinen Drama führte, das auch bis heute noch nicht wirklich zufriedenstellen geklärt ist, und das Zweisitzersofa ist in der neuen Wohnung nun eindeutig zu klein und wir hätten gerne ein "L". Dabei entwickelte sich Drama Nr. 2. Wir haben wirklich alle hiesigen Läden abgeklappert, von Ikea bis Designer-Stübchen und sind der Meinung, dass unsere europäischen Hintern einfach nicht mit den hiesigen Sofavorlieben kompatibel sind. Man sitzt hier eher "in" seinem Sofa als "auf" ihm... Einsinken und von Kissen umgeben sein, scheint das Motto. Zudem sind Sofas unglaublich teuer. Google z.B. einfach mal bei Ikea.ca (dazu muss man aber auch sagen, dass deren Ware hier eine ganz andere ist als in Europa) oder Läden wie Sears, The Brick oder West Elm. 
Auf unserem letzten Besuch im März in Deutschland haben wir dann mal ein paar Möbelläden besucht und fühlten unsere Befürchtung nur bestätigt (man weiß ja manchmal nicht, ob man denn schon spinnt). Jetzt kam dazu, dass die Schwiegereltern eigentlich unser perfektes Sofa haben und dieses auch noch loswerden möchten, da sie eigentlich nur noch im Sessel sitzen. Da dachten wir, schlagen wir doch einfach zwei Fliegen mit einer Klappe (somit müssen wir uns auch nicht von hier aus um den Verkauf des Sofas bei den Eltern kümmern) und transportieren das Ding nach Kanada. 
Erste Erkundigungen bei Speditionen riefen allerdings Preise auf, die wir damals für unseren gesamten Container bezahlt haben... Daher die Anfrage hier.

Wir haben eigentlich nur noch unser Sofa und ein paar Habseligkeiten in der Planung, das Sofa, weil wir es 2018 erst neu gekauft hatten und uns auch damals schon gesagt wurde, dass es vergleichbare Qualität in Canada nicht gäbe. Mittlerweile habe ich es fast schon wieder bereut, denn die Spedition ruft für unsere kanpp 18 cbm fast 7.500 EUR auf. Das ist ganz schön teuer, finde ich.

(19-04-2019, 01:59 AM)an3a schrieb: Grundsätzlich bin ich der Meinung, Dresden könnte tatsächlich im Süden Deutschlands liegen, bzw. käme es ja nur darauf an, das Sofa von Neu-Ulm zu euch befördern zu lassen. Dazu wäre es ganz gut, wenn du mir ein paar mehr Details zu eurem Umzug nennen könntest, wie grundsätzlichen Zeitplan, Kosten die für uns anfallen würden (sind ca. 2.5 qm, das "L" ist teilbar, sag Bescheid, wenn du genaue Maße benötigst) und wo es denn ungefähr hingehen soll. Hafen ist ja eigentlich immer Vancouver, wenn es denn Richtung Westen geht. Letzteres wäre auch wichtig, um dir sagen zu können, ob es sich denn für uns lohnen würde, das Sofa dann von dort zu uns transportieren zu lassen oder selber abzuholen etc.

Wir sind zeitlich flexibel, da das Sofa wie gesagt bei den Schwiegereltern steht und ich es dort einpacken und abholen lassen würde zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Ich habe mich jetzt mal erkundigt und leider ist unsere Packliste fix. Das heißt, die Spedition würde das ganze Angebot jetzt neu kalkulieren, wenn noch etwas dazu kommt und unsere Umzugsberaterin meinte, dass ein weiteres Sofa die Sache unverhältnismäßig verteuern würde. Was ich nicht verstehe, denn wir haben einen 20" Container nur für uns und der ist noch nicht mal halbvoll. Die berechnen aber nicht den Container oder das Gesamtgewicht, sondern die Kubikmeter im Container. Auch eine hervorragende Masche Geld zu drucken. Zudem liegt unsere Packliste als "Goods to follow" schon beim kanadischen Zoll vor. Das neue Sofa ist dort nicht als unser nachfolgendes Umzugsgut aufgeführt und müsste demnach verzollt werden.

Was noch dazu kommt: wir müssen unsere Sachen nächste Woche aus dem Haus in D holen lassen und erst mal in Deutschland unterstellen, bis wir endgültig wissen, wo wir in Kanada bleiben wollen. Das Haus in D wurde vor 2 Tagen verkauft und der Käufer möchte recht schnell hinein.

Momentan leben wir in Manitoba, es kann aber sein, dass wir noch einmal die Provinz wechseln. Bleiben wir in Manitoba, dann geht der Transport aber über Montreal/Toronto und nicht Vancouver...


(19-04-2019, 01:59 AM)an3a schrieb: Gerne auch immer her mit sonstigen Fragen, wir haben so ziemlich alles durch, was man erleben kann zum Thema Auswanderung :)

Gruß
Andrea

Oh, Fragen gibt es sicherlich genug. Was war Eure positivste und was war Eure negativste Erfahrung in Bezug auf die Auswanderung? Was würdet Ihr heute anders machen, wenn Ihr könntet?



Viele Grüße, Joe
Blog zu unserer Auswanderung unter "Homepage".
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#5

Hi Joe,

Danke für die ausführliche Antwort. Und kein Problem, ich verstehe vollkommen, dass das jetzt bei euch schon in Papier und Tüten ist und lohnt sich definitiv nicht, da nochmal was anzugehen, vor allem, da ich noch nicht einmal wüsste, ob es denn für uns Sinn machen würde quasi "dreifach" zu verschiffen (zu euch, nach Kanada und dann nach Vancouver). 
Den Preis für euren Container halte ich allerdings für ok, vor allem wenn man bedenkt, dass wir damals vor 7 Jahren 4.000 Euro für 10 qm bezahlt haben und die jetzt für ein Sofa mit ca. 2.5 qm knappe 3.000 Euro haben wollen! Macht das und nehmt das Sofa mit. Ich bin mir sicher ihr werdet es nicht bereuen. Die Qualität ist hier wirklich sehr anders und die Preise auch...

Zum Thema Erfahrungen mit dem Auswandern: Hätten wir gewusst, dass wir innherhalb von 7 Jahren 5 mal umziehen werden, hätten wir uns definitiv viel früher mit dem Thema Haus-/Wohnungskauf beschäftigt. Hier ticken die Uhren einfach anders was das anbelangt (für unser Verständnis) und die Leute entscheiden sich viel schneller um als wir das von Deutschland gewohnt waren. Soll heißen, Mietverträge (die grundsätzlich eh immer nur für 1 Jahr geschlossen werden) die für "mindestens die nächsten 5 Jahre definitiv" abgesprochen waren, waren nach einem Jahr immer wieder dahin. Häuser wurden kurzfristig verkauft, die Wohnsituation der Vermieter war dann doch auf einmal anders und und und. Dies war wirklich unser größtes Problem, bis wir letztes Jahr dann die Schn**e voll hatten und uns eine Wohnung gekauft haben (was seine eigenen Tücken hat). Der Markt momentan wäre zudem ein absoluter Käufermarkt!
Negativ am Umzug damals war, dass unser Container über einen Monat Verzögerung im Panama-Kanal hatte und wir im unmöblierten bzw. spärlich möblierten Haus ausharren mussten, bis alles da war. Sehr positiv war, wie wir hier empfangen wurden. Der Kanadier ist sehr freundlich, nett und hilfbereit und uns sind Dinge passiert, wie dass uns Wildfremde einfach ein Fahrrad geliehen haben für ein paar Wochen, als wir noch kein Auto hatten etc. Ansonsten waren wir glaube ich (u.a. dank Forum!) sehr gut auf die Auswanderung vorbereitet und es hat eigentlich alles bestens geklappt. Insgesamt würde ich wahrscheinlich die Habseligkeiten, die damals im Container gelandet sind, noch weiter reduzieren. Weniger wegen dem was dieser kostet, sondern eher deswegen, weil sich das meiste als unbrauchbar herausgestellt hat oder grobe Denkfehler enthielt wie z.B. dass eine Playstation die falsche Herzzahl hat und auch mit Stromwandler nicht funktioniert...
Schwierig fanden wir dann noch die Situation rund um die Permanent Residency. Hat man die noch nicht, hat man eine SIN (social insurance number) die mit "7" anfängt und mit der man Schwierigkeiten bekommt, wenn man einen Kredit aufnehmen will, um z.B. ein Auto zu kaufen oder ein Bankkonto mit Kreditkarte zu eröffnen. Kreditkarte bekamen wir nur eine mit $500 Kreditlimit, mit dem man nicht wirklich viel anfangen kann. Uns war damals nicht ganz klar, wie wir damit die Credit History aufbauen sollen, was das A und O für alles schien. Dabei geht es prinzipell darum, dass man alles immer brav und termingereicht abbezahlt, egal ob Schulden oder Rechnungen. Hätten wir damals gewusst, dass die Kreditkarte hierbei eine entscheidene Rolle spielt, hätten wir diese mehr genutzt. Ich denke am besten ist es, Geld auf die Karten draufzuüberweisen wenn sie nicht über genug Limit verfügen, dann alles damit einzukaufen und das Ganze monatlich vom Konto buchen lassen. Nach wenigen Monaten sollte man damit eine Credit History aufgebaut haben, mit der sich was anfangen lässt. Wir haben Anfangs immer die Debit-Karten genutzt, mit denen das nicht funktioniert!
Sehr dankbar war ich dagegen um die Erkenntnis, dass Amazon Deutschland nach Kanada liefert und das etwa genau so schnell wie Post innerhalb Kanadas und für nicht dramatisch viel mehr Geld als in Deutschland. Den Rest liefern Care-Pakete der Familie :)

Was hat euch denn eigentlich nach Kanada verschlagen?
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#6

(20-04-2019, 08:34 PM)an3a schrieb: Hi Joe,

Danke für die ausführliche Antwort. Und kein Problem, ich verstehe vollkommen, dass das jetzt bei euch schon in Papier und Tüten ist und lohnt sich definitiv nicht, da nochmal was anzugehen, vor allem, da ich noch nicht einmal wüsste, ob es denn für uns Sinn machen würde quasi "dreifach" zu verschiffen (zu euch, nach Kanada und dann nach Vancouver). 
Den Preis für euren Container halte ich allerdings für ok, vor allem wenn man bedenkt, dass wir damals vor 7 Jahren 4.000 Euro für 10 qm bezahlt haben und die jetzt für ein Sofa mit ca. 2.5 qm knappe 3.000 Euro haben wollen! Macht das und nehmt das Sofa mit. Ich bin mir sicher ihr werdet es nicht bereuen. Die Qualität ist hier wirklich sehr anders und die Preise auch...

Gut zu wissen, dass der Preis für den Container so einigermaßen ok ist. Das macht es etwas leichter.

(20-04-2019, 08:34 PM)an3a schrieb: Zum Thema Erfahrungen mit dem Auswandern: Hätten wir gewusst, dass wir innherhalb von 7 Jahren 5 mal umziehen werden, hätten wir uns definitiv viel früher mit dem Thema Haus-/Wohnungskauf beschäftigt. Hier ticken die Uhren einfach anders was das anbelangt (für unser Verständnis) und die Leute entscheiden sich viel schneller um als wir das von Deutschland gewohnt waren. Soll heißen, Mietverträge (die grundsätzlich eh immer nur für 1 Jahr geschlossen werden) die für "mindestens die nächsten 5 Jahre definitiv" abgesprochen waren, waren nach einem Jahr immer wieder dahin. Häuser wurden kurzfristig verkauft, die Wohnsituation der Vermieter war dann doch auf einmal anders und und und. Dies war wirklich unser größtes Problem, bis wir letztes Jahr dann die Schn**e voll hatten und uns eine Wohnung gekauft haben (was seine eigenen Tücken hat). Der Markt momentan wäre zudem ein absoluter Käufermarkt!

Die Situation mit den Mietverträgen war / ist uns bewusst, da wir uns schon früher darüber informiert haben. Deshalb haben wir auch nur einen Mietvertrag mit einer Mindestlaufzeit von 6 Monaten abgeschlossen, danach steht für uns definitiv ein Haus-/oder Wohnungskauf an. Wir wissen nur noch nicht so ganz, wo das sein wird.

Interessant ist, dass Du schreibst: "Der Markt momentan wäre zudem ein absoluter Käufermarkt!". Ist das wirklich so? Wenn ich mir gerade den Immobilienmarkt in B.C. anschaue (und da kommt Vancouver für uns schon gleich gar nicht in Frage), dann habe ich zwar das Gefühl, dass es ein sehr großes Angebot an Häusern/Wohnungen gibt, sich das aber überhaupt nicht auf die Preise auswirkt. Oder sind die in den diversen Immo-Portalen aufgerufenen Preise ("asking price") nur Wunschvorstellungen der Verkäufer und man kann kräftig nach unten verhandeln? Wenn ja, was wäre denn ein üblicher Verhandlungsspielraum? 10%? 20%?

Wir haben uns nun schon wochenlang Häuser angeschaut und wenn man tatsächlich noch mit Verhandlungen in diesen Prozentbereichen nach unten käme, dann würde sich die Liste der möglichen Kaufobjekte natürlich schlagartig erhöhen.

(20-04-2019, 08:34 PM)an3a schrieb: Negativ am Umzug damals war, dass unser Container über einen Monat Verzögerung im Panama-Kanal hatte und wir im unmöblierten bzw. spärlich möblierten Haus ausharren mussten, bis alles da war. Sehr positiv war, wie wir hier empfangen wurden. Der Kanadier ist sehr freundlich, nett und hilfsbereit und uns sind Dinge passiert, wie dass uns Wildfremde einfach ein Fahrrad geliehen haben für ein paar Wochen, als wir noch kein Auto hatten etc. Ansonsten waren wir glaube ich (u.a. dank Forum!) sehr gut auf die Auswanderung vorbereitet und es hat eigentlich alles bestens geklappt. Insgesamt würde ich wahrscheinlich die Habseligkeiten, die damals im Container gelandet sind, noch weiter reduzieren. Weniger wegen dem was dieser kostet, sondern eher deswegen, weil sich das meiste als unbrauchbar herausgestellt hat oder grobe Denkfehler enthielt wie z.B. dass eine Playstation die falsche Herzzahl hat und auch mit Stromwandler nicht funktioniert...

Unsere Habseligkeiten haben wir auch drastisch reduziert. Wir leben momentan in einem Reihenhaus mit geborgten Tisch/Bänken und 4 geliehenen Matratzen auf dem Boden, wo wir schlafen. Wir haben jetzt zwar unsere neu gekauften Queen-Betten geliefert bekommen, bauen diese aber wegen des vermutlich anstehenden Umzugs nicht auf. Die Arbeit wollen wir uns sparen. Alle elektrischen Geräte aus Deutschland sind auch dort geblieben, wobei mir am meisten meine gute 5.1-Anlage mit Boxen und Verstärker weh getan hat. Wir haben den Umzug gleichzeitig als Anlass zum Downsizing genommen und vieles werden wir hier gar nicht mehr anschaffen, weil wir es schlicht nicht benötigen. Ein Auto haben wir derzeit auch noch nicht gekauft. Wir halten uns monatsweise mit Mietwagen über Wasser. Dass die Kanadier sehr freundlich sind, haben wir auch schon zu spüren bekommen und das hat uns den Anfang hier sehr leicht gemacht.



(20-04-2019, 08:34 PM)an3a schrieb: Schwierig fanden wir dann noch die Situation rund um die Permanent Residency. Hat man die noch nicht, hat man eine SIN (social insurance number) die mit "7" anfängt und mit der man Schwierigkeiten bekommt, wenn man einen Kredit aufnehmen will, um z.B. ein Auto zu kaufen oder ein Bankkonto mit Kreditkarte zu eröffnen. Kreditkarte bekamen wir nur eine mit $500 Kreditlimit, mit dem man nicht wirklich viel anfangen kann. Uns war damals nicht ganz klar, wie wir damit die Credit History aufbauen sollen, was das A und O für alles schien. Dabei geht es prinzipell darum, dass man alles immer brav und termingereicht abbezahlt, egal ob Schulden oder Rechnungen. Hätten wir damals gewusst, dass die Kreditkarte hierbei eine entscheidene Rolle spielt, hätten wir diese mehr genutzt. Ich denke am besten ist es, Geld auf die Karten draufzuüberweisen wenn sie nicht über genug Limit verfügen, dann alles damit einzukaufen und das Ganze monatlich vom Konto buchen lassen. Nach wenigen Monaten sollte man damit eine Credit History aufgebaut haben, mit der sich was anfangen lässt. Wir haben Anfangs immer die Debit-Karten genutzt, mit denen das nicht funktioniert!

Da haben wir wohl Glück, denn wir sind ja mit PR eingewandert. Unsere SIN beginnt demnach mit einer "6", also Erstregistrierung in Manitoba. Wenn Eure SIN mit "7" begonnen hat, so ist das richtig, da diese der geografischen Region B.C. zugeordnet ist, wo Ihr ja lebt. Temporäre Einwanderer (temporary residents ohne PR status) bekommen eine SIN, die mit einer "9" beginnt. Die Schwierigkeiten bezüglich Kredit lagen also wohl eher nicht an der SIN, sondern daran, dass Ihr erst einmal keine Credit History hattet.

Ich war erst bei einer örtlichen Credit Union mit meinem Konto. Diese sagten mir bei Kontoeröffnung (vor 2 Jahren, da war ich nur im Urlaub in Kanada), dass man eine Kreditkarte bekäme, wenn man als PR im Lande ist. Als wir jetzt Anfang März dort vorbeischauten und ich meine Kreditkarte beantragen wollte, hieß es plötzlich, dass ich erst eine beantragen könne, wenn ich einen gültigen Job hätte. Was mich spontan veranlasste, meine Millionen dort abzuziehen Icon_lol  und zur CIBC zu wechseln. Die haben für Neuankömmlinge ein Programm, mit der man das Konto im ersten Jahr kostenlos bekommt und gleichzeitig dazu eine Kreditkarte mit $1.500 monatl. Limit. Wenn man in den ersten 4 Monaten mehr als $3.000 mit der Kreditkarte umsetzt, bekommt man zusätzlich $150 Cashback und somit wird die Kreditkarte (sonst $99/Jahr) kostenlos. Am Ende des Jahres erhält man dann noch einen prozentualen Anteil seiner Umsätze mit der Kreditkarte als Cashback. Seitdem zahle ich nur noch, auch kleinste Beträge, mit der Kreditkarte. :)


(20-04-2019, 08:34 PM)an3a schrieb: Sehr dankbar war ich dagegen um die Erkenntnis, dass Amazon Deutschland nach Kanada liefert und das etwa genau so schnell wie Post innerhalb Kanadas und für nicht dramatisch viel mehr Geld als in Deutschland. Den Rest liefern Care-Pakete der Familie :)

Ernsthaft? An diese Idee habe ich zwar schon gedacht, sie aber nicht für möglich gehalten. Insbesondere Bücher für unseren Kleinen finden wir hier in Kanada sehr teuer und da würde ich doch glatt mal eine Bestellung bei amazon.de aufgeben. Wie sind denn die Versandkosten? (Ok, das kann ich sicher selber rausfinden). Care-Pakete aus D haben wir schon zwei bekommen, die sind echt schnell unterwegs. Innerhalb 14 Tagen waren die zumeist da. Dann könnten wir bei amazon.de doch auch (verpackte) Lebensmittel bestellen, die sich hier nicht auftreiben lassen....?  Shhh


(20-04-2019, 08:34 PM)an3a schrieb: Was hat euch denn eigentlich nach Kanada verschlagen?

Um es kurz zu machen: wir stimmten in vielen Dingen nicht mehr mit der zum Dogma erhobenen, einzig wahren öffentlichen Meinung überein. Da ich in der ehem. DDR groß geworden bin, kam mir vieles, was seit einiger Zeit in D geschieht, merkwürdig und angsteinflößend bekannt vor. Das wollten wir nicht noch einmal. Wir leben jetzt seit knapp 2,5 Monaten hier in Kanada und unser Gefühl, dass es hier wesentlich ruhiger ist, hat uns nicht getrogen.

Was waren Eure Gründe?



Viele Grüße, Joe
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#7

Hallo Joe,

Sorry für die späte Antwort...
Zum Thema Wohnungs-/Hauskauf: Der Markt ist hier grundsätzlich nicht günstig, aber recht stabil. Dank einiger neuer Regelungen (15% für Nichtkanadier, "Stress-Test" für die Hypothek und gestiegene Zinsen für diese, etc.) ist der Markt aber derzeit recht eingebrochen und ich bin der Meinung, dieses und evtl. nächstes Jahr ist es günstiger denn je sich in den Markt einzukaufen. Ich bin bestimmt kein Experte auf dem Gebiet, aber ich denke dass eben gesagte lässt sich auf online nachvollziehen. Was Preisreduzierungen anbelangt weiß ich nur, dass hier derzeit die Objekte unter "asking price" rausgehen, bzw. dieser häufig nach unten korrigiert wird und die Objekte sehr viel länger auf dem Markt sind als je zuvor. Dies gilt vor allem für Häuser. Apartments sind eher stabil. Ich denke, es schadet nie, sich ein bisschen teuerer umzusehen und dann einfach sein Glück zu versuchen. Arbeitet am besten mit einem Immobilienmakler zusammen, der kostet euch nix beim Kauf. Gute sind allerdings schwer zu finden meiner Meinung nach...

Und das mit Amazon, yes, kein Scherz. Es wird nur nicht alles nach Kanada geliefert und ich denke besonders mit Lebensmitteln wird das wohl schwierig. Man sieht aber auf Amazon gleich, ob denn der Verkäufer auch einen Versand hierher anbietet :)

Bei uns war es die wirtschafltiche Lage, die uns an weiteres Auswandern denken ließ, wir waren vorher in Spanien und als dort die Wirtschaftskrise so richtig zuschlug, war es Zeit zu gehen...

Viel Erfolg euch weiterhin!
Andrea
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#8

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das  Kreditkarte "haben kann" vom canadischen Einkommen abhaengt und nicht von der SIN Anfangsnummer.
Wir hatten viele Jahre die 9, meine Frau und ich. In dieser Zeit konnten wir voll unsere Kredithistorie ausbauen und wie haben auch Bankkredite mit 7% Zins ohne Sicherheit angeboten bekommen. Die wir sofort nutzten.  Wir sind jetzt bei einer 760. 
Ausserdem was hat die SIN Nummer mit euerem Bankkonto zutun??????????? Diese Nummer haben unere Banken nie gesehen. Warum, ganz einfach das geht die Banken nix an, siehe "Gebrauchsanweisung" der SIN. 
Kurz gesagt unsere Banken wussten nie unseren Status, fuer was auch. Wir waren immer Kunden nie neu in Canada. 

Wie schon mal erwaehnt Buch24.de sendet auch Buecher fuer einen geringen Betrag ca 20 Euro (glaub ich, macht meine Frau ) nach Canada.
Rentiert sich fuer uns, weil wir so 1x im Jahr fuer ca 200 - 400 Euro deutsche Buecher bestellen. Schaefer Buerobedarf liefert auch nach Canada, nur so zur Info.
Lebensmittel brauchen wir nicht aus D, weil es wirklich alles in Toronto gibt. Auch Schnapspralienen und sogar Franzbrandwein usw. 
Auch Sauerteig Brot gute Brezen , eigendlich alles..... Echt schwierig fuer die Verwantschaft und deren Packerl :))

Warum bin ich in Canada? Der beste Grund! Traumverwirklichung , keine Unzufriedenheit. Das ist auch unser Grund warum wir soviel Umziehen, einfach viel erleben! Alle mitnehem was geht. Viel Arbeiten, viel Geld, viel Reisen ... passt. 
Und wenn wir alt und klapprig sind gehts zurueck in unser Haus auf Fogo Island :)) und machen es wie unsere Nufis und sterben dann ganz dramatisch an Krebs mit 98. Bis dahin wir natuerlich ganz enorm Alkohol vernichtet und total versalzener Fisch und Rindfleich gegessen.
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#9

Die Banken sind durchaus berechtigt die SIN abzufragen, wie ich mittlerweile gelernt habe. 

Zitat:
"Giving your Social Insurance Number
When you open a bank account Financial institutions must ask for your Social Insurance Number (SIN) if you’re opening an account that will earn interest for tax purposes, such as an interest-bearing account or a Registered Retirement Savings Plan (RRSP). The financial institution must give your information to the Canada Revenue Agency. It must state the interest earned on the account each year for income tax purposes."

(Quelle: https://www.canada.ca/en/financial-consu...count.html)

"Interest-bearing accounts" sind demnach beispielsweise Saving Accounts, also Sparkonten aller Prägung. Chequing Accounts werfen in der Regel keine Zinsen ab, dafür bräuchte man dann theoretisch keine SIN.



Viele Grüße, Joe
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#10

Wie jetzt? Verstehe ich das richtig?
15% Zinsen auf eine Hypothek für nicht Canadier?
7 % Zinsen als Bankkredit?
Ist das euer Ernst?

Das ist ja Wucher - in Deutschland ist das günstiger:
um 2 % Zinsen für eine Hypothek (je nach Eigenanteil, Wert des Immobilie und Verdienst etwas mehr oder weniger)
Bankkredit 3 - 5 %
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#11

@smiley: Du hast ganz richtig verstanden.
Und wenn ich meine Kreditkarte nicht rechtzeitig oder nur in Minimalbeträgen abzahle, dann wird auf die Restschuld ein Zins von 23% (!) fällig. Zimperlich sind sie hier nicht.



Viele Grüße, Joe
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#12

Genau Joe, Du vergleichst Aepfel mit Birnen.

Du redest jetzt von Sparprogrammen, Altersvorsorge usw.. Klar da braucht man die SIN damit alles zugeordnet werden kann.


Wir sprachen vom normalen Zahlungsverkehr und Kredithistorieaufbau.

Und entschuldge findest Du es klug wenn die Kreditkarten Firmen freien zugang zu diesen Infos haben? Das Finanzamt zugriff auf dein  Debit  / Chequing Konto hat? 
Ich kann jeden nur raten hier sein Debit Konto und seinen Sparkonten bei zwei oder drei total verschiednen Banken zu haben.

Warum? Weil chequing und saving account verknuepft werden. Das heisst wenn du alles bei einer Bank hast und jemand klaut dir deine Debit Karte, und der ist richtig gut hat er nicht nur deine SIN sondern auch Zugang zu ALLEN Konten und Du kannst gar nicht so schnell schauen und deine Konten sind leer. 
Da hilft dir dann keiner. 

Aber jeder wie er will :))


Smiley bei einer Hypothek  fuer "nicht" Canadier kann das sein, wobei ich bezweifle das man dann eh eine Hypothek bekommt.
Als Resident (WP und PR } hast die ganz normalen Zinssaetze , uns hat noch nie jemand nach unserem Status gefragt. 
Hab auch nie jemanden auf die Nase gebunden. 



Die 23 % stimmen auch nicht ganz, schwankt zwischen 19% und 24%, klingt irre in unseren Ohren. 
Aber die Sache ist, hier ist eine Kreditkarte wirklich eine Kreditkarte. Und was ausgegeben wird ist ein Kredit der durch nichts abgesichert ist.
Deshalb der extrem hohe Risiko - Zinssatz. 
Aber man bekommt immer wieder "6-8 Monate Zinsloszeiten" hab ich schon mal erklaert.
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