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Medizinische Versorgung bzw. Kostenübernahme bei Diabetes Typ1
#1
Smile 

Hallo Liebe Forum Mitglieder, ich lese hier seit einiger Zeit mit und habe leider noch nichts über die medizinische Versorgung bei Diabetes Typ 1 in Kanada gefunden. Wir sind eine Mama ein Papa und 3 Kinder, die schon seit einigen Jahren den Wunsch haben, nach Kanada auszuwandern. Leider fehlte uns immer wieder der Mut, da unser Ältester an Diabetes Typ1 erkrankt ist. Wir würden sehr gerne mehr über das Gesundheitssystem in Kanada erfahren. Mir geht es auch nicht darum, ob dort Ärztemangel oder ähnliches herrscht (Diabetesmanagement mache ich von Anfang an selber, da sind mir auch die meisten Ärzte hier in Deutschland, nicht gut genug), es geht hier vielmehr darum, ob oder wie hoch eine Kostenübernahme der Diabetesversorgung (Insulinpumpe oder Spritze, Blutzuckermessgeräte, Teststreifen u.s.w.) stattfindet, so ähnlich, wie hier in Deutschland. Wobei ich denke, dass es in Deutschland nicht ewig funktionieren wird....Es wäre unheimlich schön, wenn hier irgendjemand ist, der vielleicht Erfahrungen hat, mit solch einer chronischen Krankheit in Kanada. Liebe Grüße
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#2

Das hängt davon ab in welche Provinz ihr ziehen wollt.

In Ontario sind die meisten Kosten für die Behandlung von Diabetes bis zum Alter von 25 Jahren durch OHIP+ (was quasi eine Zusatzleistung für bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente ist) abgedeckt.
Genauer genommen: "various insulins, oral diabetic medications and diabetes test strips".
Darüber hinaus bieten viele Zusatzversicherungen einen ähnlichen Service nach dem 25 Lebensjahr an. Bei mir wäre das zum Beispiel über meinen Arbeitgeber für meine gesamte Familie mit abgedeckt.

Je nachdem wie ihr einwandern wollt muss auch noch die Frage geklärt werden ob eine Diabeteserkrankung eine "Medical Inadmissaibility" darstellt.
Im Grunde gibt es da drei Kategorien:
  1. Danger to Public Health
  2. Danger to Public Saftey
  3. Excessive demand on health or social services
Nummer 1 und 2 sind bei Diabetes nicht relevant, 3 kann fallweise relevant werden und würde ihm Rahmen eurer Immigration Medical Exams geprüft. Wird dabei festgestellt, dass die Behandlungskosten für 5 Jahre den Betrag von aktuell $102,585 übersteigen würden, kann auf Medical Inadmissibility entschieden werden.
Eine Medical Inadmissability stellt übrigens keine Hürde dar wenn einer von euch vor eurer Auswanderung nach Kanada bereits PR oder Citizen ist und den Rest der Familie über ein Family Class Sponsorship zur PR verhilft.
Fast alle anderen Immigrationsprogramme schauen aber auf die Medical Inadmissibility.
[-] Folgende(r) 2 Mitglieder sagen Danke an Felix für den Beitrag:
  • einfachIni, Johanna
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#3

Zitat:Eine Medical Inadmissability stellt übrigens keine Hürde dar wenn einer von euch vor eurer Auswanderung nach Kanada bereits PR oder Citizen ist und den Rest der Familie über ein Family Class Sponsorship zur PR verhilft.


Müssen also Familienmitglieder, die über Family Class Sponsorship kommen, kein medical absolvieren?
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#4

Hallo, vielen Dank für den Hinweis! Ich denke, wenn unser Sohn auf Pen statt auf Pumpe zurückgreifen wird, werden die Kosten weit darunter liegen. Also darf man sich das so vorstellen, dass nicht nur die erwachsenen Bewerber sondern auch deren (minderjährige) Kinder eine umfangreiche Gesundheitsangabe vorzeigen/abgeben müssen? Inwieweit geht es? Bei welchem Arzt muss man so etwas machen lassen? Herzliche Grüße
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#5

(30-09-2020, 10:02 AM)Johanna schrieb: Müssen also Familienmitglieder, die über Family Class Sponsorship kommen, kein medical absolvieren?

Doch. Ich hatte mich nicht ganz klar ausgedrückt. Für Family Class Sponsorship spielt der Factor "Excessive demand" keine rolle. Die anderen beiden Faktoren werden im Medical auch bei Family Class Sponsorship berücksichtigt.

(30-09-2020, 10:10 AM)einfachIni schrieb: Also darf man sich das so vorstellen, dass nicht nur die erwachsenen Bewerber sondern auch deren (minderjährige) Kinder eine umfangreiche Gesundheitsangabe vorzeigen/abgeben müssen? Inwieweit geht es? Bei welchem Arzt muss man so etwas machen lassen? Herzliche Grüße

Alle Familienmitglieder müssen ein Medical Exam durchlaufen, selbst wenn sie nicht mit nach Kanada auswandern. Hierfür sind ausgewählte Ärzte aufzusuchen. In Deutschland findet man die in Berlin, Frankfurt und München. Die Liste gibt es hier: https://secure.cic.gc.ca/pp-md/pp-list.aspx
[-] Folgende(r) 1 Mitglied sagt Danke an Felix für den Beitrag:
  • einfachIni
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