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Lohnsteuer und SV
#1

Hallo,

Ich weiß nicht,ob es das Thema schon gibt, aber wie funktioniert das eigentlich mit der Lohnsteuer und den Sozialversicherungen in Kanada ? 

Wie viel % Lohnsteuer und Sozialversicherung wird einem vom Lohn noch abgezogen. Das ist ja sicherlich wie bei uns auch abhängig von der Höhe des Einkommens, oder? 


1. KV -  Ist man sofort Krankenversichert? Welche Behandlungen sind damit abgedeckt? In Deutschland wird ja auch nicht mehr wirklich viel für Zähne oder Sehhilfen bezahlt. Aber Arztbesuche und notwendige Behandlungen schon. 

2. Rente - also meine Rente aus Deutschland bleibt mir erhalten, das habe ich aus dem Rente Thema verstanden. Aber wie viel Rente kann ich mir in Kanada noch erarbeiten? Mit 51 Jahren bis zur Rente?
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#2

Ja, es ist vom Einkommen abhängig die Details kommen auf die Provinz bzw. das Territorium an:
https://en.wikipedia.org/wiki/Income_taxes_in_Canada
https://en.wikipedia.org/wiki/Healthcare_in_Canada
https://www.canada.ca/en/services/taxes/income-tax.html

In Québec macht man zwei Steuerklärungen. In anderen Provinzen werden die Provinzsteuern vom Bundes-Finanzamt (ARC/CRA) eingezogen.

Beispiel Québec (aus eigener Erfahrung):
Nach dem Umzug von Deutschland nach Québec hatte ich bei ungefähr gleichem Bruttogehalt mehr netto, weil die Beiträge zur Renten- (RRQ) und Arbeitslosenversicherung (AE) deutlich niedriger sind als in D. Dazu kommt ein geringer Beitrag zur Elterngeldversicherung der Provinz (RQAP).
In die gesetzliche Krankenversicherung (RAMQ) kommt man nach einer Karenzzeit von drei Monaten. Die GKV kostet zur Zeit 200 $ im Jahr, aber dieser Beitrag soll abgeschafft werden. Dafür hat man Zugang zum Hausarzt (Wartezeit bis zur Zuweisung eines Hausarztes bis zu 3 Jahre) und zu überlasteten Krankenhäusern. Zahnärzte, Sehhilfen, Heilpraktiker usw. werden nicht bezahlt. Es gibt keine Privatkliniken, keine privat niedergelassenen Ärzte, keine PKV. Die meisten Arbeitgeber bieten eine Zusatzversicherung, die vom Gehalt abgezogen wird. Was diese Versicherung bezahlt und wie viel sie kostet, kann sehr unterschiedlich sein. Wer keine private Medikamentenversicherung hat, muss die staatliche nehmen.
Hier ein Beispiel von einer Jahres-Steuerbescheinigung (alle Angaben in Prozent des Bruttogehalts):
14% Provinz-Einkommensteuer
11% Bundes-Einkommensteuer
3,3% Rentenversicherung
3,3% private Krankenversicherung (über Arbeitgeber)
0,8% Arbeitslosenversicherung
0,5% Elterngeldversicherung

Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer gibt es hier selbstverständlich nicht.
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#3

Danke, ist ja schon mal ein Anhaltspunkt. 
Ich würde, wenn es dann mit dem LMIA klappen sollte, in Ontario, ganz unten mit 15 Euro für 30 Stunden pro Woche starten. 

Und wie sieht es mit der Rente aus? Kann da jemand was zu sagen?
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#4

Zur Rente in Kanada gibt es Informationen auf einigen Auswanderer-Websites. Hier die offiziellen Links für Québec und ROC (the rest of Canada):
https://www.rrq.gouv.qc.ca/fr/programmes...entes.aspx
https://www.canada.ca/en/services/benefi...s/cpp.html

In der Broschüre der Deutschen Rentenversicherung Nord wird einiges davon in deutscher Sprache erklärt:
https://www.deutsche-rentenversicherung....nFile&v=27

Das allgemeine Rentenalter liegt zur Zeit bei 65 Jahren. Man kann schon frühestens mit 60, spätestens mit 70 in Rente gehen, was Auswirkungen auf die Höhe hat.
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#5

(24-11-2018, 07:39 PM)fosflor schrieb: Ja, es ist vom Einkommen abhängig die Details kommen auf die Provinz bzw. das Territorium an:
https://en.wikipedia.org/wiki/Income_taxes_in_Canada
https://en.wikipedia.org/wiki/Healthcare_in_Canada
https://www.canada.ca/en/services/taxes/income-tax.html

In Québec macht man zwei Steuerklärungen. In anderen Provinzen werden die Provinzsteuern vom Bundes-Finanzamt (ARC/CRA) eingezogen.

Beispiel Québec (aus eigener Erfahrung):
Nach dem Umzug von Deutschland nach Québec hatte ich bei ungefähr gleichem Bruttogehalt mehr netto, weil die Beiträge zur Renten- (RRQ) und Arbeitslosenversicherung (AE) deutlich niedriger sind als in D. Dazu kommt ein geringer Beitrag zur Elterngeldversicherung der Provinz (RQAP).
In die gesetzliche Krankenversicherung (RAMQ) kommt man nach einer Karenzzeit von drei Monaten. Die GKV kostet zur Zeit 200 $ im Jahr, aber dieser Beitrag soll abgeschafft werden. Dafür hat man Zugang zum Hausarzt (Wartezeit bis zur Zuweisung eines Hausarztes bis zu 3 Jahre) und zu überlasteten Krankenhäusern. Zahnärzte, Sehhilfen, Heilpraktiker usw. werden nicht bezahlt. Es gibt keine Privatkliniken, keine privat niedergelassenen Ärzte, keine PKV. Die meisten Arbeitgeber bieten eine Zusatzversicherung, die vom Gehalt abgezogen wird. Was diese Versicherung bezahlt und wie viel sie kostet, kann sehr unterschiedlich sein. Wer keine private Medikamentenversicherung hat, muss die staatliche nehmen.
Hier ein Beispiel von einer Jahres-Steuerbescheinigung (alle Angaben in Prozent des Bruttogehalts):
14% Provinz-Einkommensteuer
11% Bundes-Einkommensteuer
3,3% Rentenversicherung
3,3% private Krankenversicherung (über Arbeitgeber)
0,8% Arbeitslosenversicherung
0,5% Elterngeldversicherung

Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer gibt es hier selbstverständlich nicht.

Ist das Ausfüllen einer Steuererklärung auch so katastrophal wie in Deutschland oder gestaltet sich das einfacher? Sollte man sich einen Steuerberater nehmen?



Viele Grüße, Joe
Blog zu unserer Auswanderung unter "Homepage".
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